Osteopathie: Kosten für Erstgespräch, Diagnostik und Behandlung

Osteopathie Kosten

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Rücken.net-Redaktion

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Was Osteopathie ist, haben wir bereits in einem eigenen Artikel zum Thema Osteopathie erklärt. In diesem Text widmen wir uns einer weiteren Frage, die bei einem alternativmedizinischen Konzept naheliegend ist: Wie teuer ist die Osteopathie (Osteopathie Kosten)?

Wie viel kostet die Osteopathie?

Eine erste Orientierung bietet das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker – denn viele Osteopathen in Deutschland gehören zur Berufsgruppe der Heilpraktiker. Dabei solltest Du jedoch beachten, dass nicht jeder Heilpraktiker osteopathische Methoden heranzieht. Zudem gibt es Ärzte und Physiotherapeuten, die ebenfalls osteopathische Sitzungen anbieten, oft zusätzlich zu ihrem gewöhnlichen Behandlungs-Repertoire.

Das oben genannte Gebührenverzeichnis basiert auf einer Umfrage unter Heilpraktikern. Der Tabelle zufolge kann eine halbe Stunde Osteopathie zwischen 5,20 Euro und 26 Euro kosten. Die breite Preisspanne ergibt sich daraus, dass sich diese Zahlen auf unterschiedliche Körperbereiche beziehen.

Dem Gebührenverzeichnis zufolge ist die Behandlung der Schultergelenke in einem Bereich von 15,40 Euro bis 26 Euro für eine halbstündige Sitzung angesiedelt. Deutlich günstiger ist beispielsweise eine Osteopathie-Behandlung für die Finger oder Zehen. Diese kommt laut der Gebührentabelle auf 5,20 bis 13 Euro für eine halbe Stunde.

Die tatsächlichen Kosten können allerdings von diesen Preisen abweichen. Erkundige Dich deshalb lieber vor der Behandlung, welches Honorar der jeweilige Anbieter für seine Dienste verlangt. Auf diese Weise vermeidest Du böse Überraschungen und kannst die Preise von unterschiedlichen Behandlern vergleichen.

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Unterschiedliche Preise für Selbstzahler und andere Klienten möglich

Bei unserer Recherche über die üblichen Kosten von Osteopathie stießen wir auf Preisunterschiede, die nicht nur mit der Behandlung zusammenhängen. Einige Anbieter differenzieren auch danach, ob es sich bei dem Patienten um einen Selbstzahler handelt oder ob seine Krankenkasse (ganz oder teilweise) die Kosten übernimmt.

Eine Osteopathie-Praxis in Berlin beispielsweise verlangt für Personen, die ihre Rechnung selbst begleichen, 85 Euro für eine 60-minütige Behandlung. Für dieselbe Leistung werden für Privatversicherte laut der Praxis-Website 120 Euro fällig. Aufgrund derartiger Unterschiede ist es sinnvoll, wenn Du Dich vor der Behandlung genau erkundigst, welche Kosten für die osteopathische Anwendung fällig werden.

Die Preise für das Erstgespräch können von den Kosten für eine wiederholte Osteopathie-Behandlung ebenfalls abweichen. Im Erstgespräch findet meistens die Anamnese statt. Dabei geht es darum, Deine Krankheitsgeschichte zu erfassen und weitere Informationen zu sammeln, die für Deinen gesundheitlichen Gesamtzustand wichtig sein könnten.

Osteopathische Diagnostik

Neben der osteopathischen Behandlung arbeiten viele praktizierende Osteopathen auch mit dazugehörigen diagnostischen Methoden. Das Ziel der Diagnostik besteht darin, Krankheiten und andere Probleme festzustellen. Gut zu wissen: Einige Syndrome und Zustände, die unter Osteopathen als klinisch gelten, sind wissenschaftlich umstritten. Dazu gehört zum Beispiel das sogenannte KISS-Syndrom.

Bei dem KISS-Syndrom soll es sich um eine Symmetriestörung handeln, die vom Kopfgelenk ausgeht. Osteopathen machen die Fehlstellung bei Babys für eine Vielzahl an Symptomen verantwortlich. Zur Liste der KISS-Symptome, die Osteopathen annehmen, gehören unter anderem:

  • Schlafstörungen
  • asymmetrischer Kopf
  • kahle/haarfreie Stellen am Kopf
  • Schreien
  • das Baby liegt ungern auf dem Bauch
  • abgeflachte Bereiche am Kopf.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Anzeichen, die auf das KISS-Syndrom hindeuten sollen. Allerdings fehlen wissenschaftlich fundierte Hinweise darauf, dass das KISS-Syndrom tatsächlich existiert. Es stellt kein anerkanntes Krankheitsbild dar.

Osteopathen benutzen oft nur ihre Hände als Hilfsmittel, um eine Diagnostik durchzuführen.

Woran erkenne ich einen seriösen Osteopathen?

Ein seriöser Osteopath sollte die Kosten, die er für eine osteopathische Anwendung berechnet, für den Patienten transparent machen. Dazu gehört, dass der Patient vor der Behandlung über die genauen Kosten informiert wird.

Viele Heilpraktiker, die Osteopathie anbieten, richten sich nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker, kurz GebüH. Das tabellarische Gebührenverzeichnis lässt jedoch einen gewissen Spielraum offen. Darüber hinaus solltest Du wissen, dass sich nicht alle Heilpraktiker an diese Kostenübersicht halten. Es handelt sich dabei nicht um eine verbindliche Vorschrift, sondern um einen statistischen Durchschnittswert.

Viele Anbieter listen auf Ihrer Website auf, welche Kosten bei einer osteopathischen Behandlung auf Dich zukommen. Im Zweifelsfall solltest Du Dich aktiv erkundigen. Das ist auch deshalb sinnvoll, weil es möglich ist, dass die Website und die darauf aufgeführten Angaben nicht immer aktuell gehalten werden.

Ein seriöser Osteopath sollte darüber hinaus keine übertriebenen Versprechen machen, die er nicht halten kann. Generell gilt, dass ein Anbieter von gesundheitlichen Leistungen seine Patienten nicht unter Druck setzen oder mit falschen Informationen anlocken sollte.

Muss ich bei ausbleibendem Erfolg die Rechnung zahlen?

Die Osteopathie gehört zu den alternativmedizinischen Verfahren. In der wissenschaftlich fundierten „Schulmedizin“ ist die Osteopathie umstritten, auch wenn es ärztliche und physiotherapeutische Anbieter gibt, die mit diesem Konzept arbeiten. Diese besitzen neben ihrer grundständigen Ausbildung als Arzt oder Therapeut eine entsprechende Weiterbildung.

Die Kosten für Osteopathie stellen die Kosten für die Behandlung dar – und nicht die Kosten für den Behandlungserfolg. Das bedeutet: Auch, wenn Du mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist, musst Du in der Regel die Rechnung des Osteopathen begleichen.

Zahlt die Krankenkasse einen Zuschuss?

Die Osteopathie gehört nicht zu den regulären Leistungen von Krankenkassen. Deshalb musst Du Dich gründlich informieren, welche Kosten Deine Krankenversicherung übernimmt. Manche Kassen zahlen einen Zuschuss oder übernehmen unter ganz bestimmten Umständen die Kosten.

Im Folgenden haben wir zwei Beispiele für Dich herausgesucht. Die beiden Beispiele machen deutlich, dass die Krankenkassen bei den Kostenzuschüssen für Osteopathie sehr unterschiedliche Wege gehen.

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Osteopathie-Kosten: Techniker Krankenkasse (TK)

Die TK kann beispielsweise einen Zuschuss für osteopathische Behandlungen gewähren. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Behandler eine angemessene Ausbildung für Osteopathie erfolgreich abgeschlossen hat. Zudem muss Dir ein Arzt in Schriftform bescheinigen, dass Du Dich einer osteopathischen Behandlung unterziehen solltest. Die kann beispielsweise mittels eines Privatrezepts geschehen.

Allerdings ist dieser Zuschuss auf bis zu drei Sitzungen im Jahr begrenzt. Wenn die Kosten beispielsweise 80 Euro für eine osteopathische Sitzung betragen, übernimmt die TK laut eigenen Angaben davon 40 Euro. Die übrigen 40 Euro musst Du selbst aufbringen. Dieser Zuschuss von 40 Euro stellt die Höchstgrenze dar. Mehr bezahlt die TK nicht für eine osteopathische Sitzung. Wenn die Behandlung weniger als 40 Euro kostet, gewährt die TK höchstens die Kosten, die auch wirklich angefallen sind.

Osteopathie-Kosten: Barmer

Die Barmer Krankenkasse weist darauf hin, dass sie die Kosten für eine osteopathische Sitzung nicht grundsätzlich erstattet. Das liegt daran, dass es sich bei der Osteopathie nicht um ein Heilmittel handelt, das regulär verordnet werden kann.

Bei der Barmer gibt es jedoch ein Bonusprogramm, an dem die Versicherten teilnehmen können. Im Bonusprogramm können die Versicherten Punkte erhalten, wenn sie festgelegte Bedingungen erfüllen. Dabei handelt es sich oft um die Teilnahme an präventiven Angeboten und anderen Tätigkeiten, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben können.

Die Versicherten können die gesammelten Punkte gegen verschiedene Leistungen eintauschen. Eine dieser Prämie ist die sogenannte Zuschuss-Prämie. Über diesen Umweg ist es möglich, dass die Barmer Dir einen Zuschuss für eine osteopathische Behandlung gewährt.

Osteopathie-Kosten – gerechtfertigt?

Ob die Kosten für eine osteopathische Diagnostik oder Behandlung angemessen sind, hängt nicht allein vom Preis ab. Auch Dein persönliches Verhältnis zur Osteopathie spielt dabei eine wichtige Rolle.

Wenn Du nicht an den Nutzen von Osteopathie glaubst, ist das Honorar für einen Osteopathen für Dich wahrscheinlich reine Geldverschwendung. Wenn Du der Überzeugung bist, dass Du Dich der alternativmedizinischen Behandlung unterziehen möchtest, steht Dir dies ebenfalls frei.

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Referenzen

  1. Barmer Internetredaktion: Osteopathie – Behandlung & Kosten der ganzheitlichen Heilmethode. Website einer Krankenkasse: Barmer.de, URL: https://www.barmer.de/unsere-leistungen/leistungen-a-z/alternative-medizin/osteopathie-9886 [abgerufen am 25.04.2021].
  2. Sieglinde Bogensberger, Dr. med. Norbert Boss, Dr. med. Renate Jäckle, Pola Nwarocki, Siegfried Parzhuber, Christa Striebeck & Dr. med. Günter Wangerin (2000): Lexikon Medizin. Urban & Schwarzenberg.
  3. Fachverband deutscher Heilpraktiker e. V.: Gebührenverzeichnis & Beihilfe. Website des Bundesverbands: Heilpraktiker.org, URL: https://www.heilpraktiker.org/gebuehrenverzeichnis-fuer-heilpraktiker [abgerufen am 25.04.2021].
  4. Natalie Grams (22.09.2020): Kinder-Osteopathie: Babys sind weder schief noch blockiert. Wissenschaftsmagazin: Spektrum.de, URL: https://www.spektrum.de/kolumne/osteopathie-effektive-therapie-bei-babys/1772385 [abgerufen am 25.04.2021].
  5. Techniker Krankenkasse: Wie viel übernimmt die TK bei Osteopathie? Website einer Krankenkasse: TK.de, URL: https://www.tk.de/techniker/leistungen-und-mitgliedschaft/informationen-versicherte/leistungen/weitere-leistungen/alternative-medizin/osteopathie/was-zahlt-die-tk-bei-osteopathie-2001882 [abgerufen am 25.04.2021].