Osteoporose Symptome: Daran erkennst Du Knochenschwund

Osteoporose Symptome

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Rücken.net-Redaktion

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Der schleichende Knochenschwund, wie Osteoporose umgangssprachlich auch genannt wird, hat diesen Beinamen nicht zu Unrecht. Auch die Bezeichnung „stiller Dieb der Knochen“ ist immer wieder zu lesen.

Tatsächlich verläuft eine Osteoporose Erkrankung häufig ohne Symptome. Dies macht sie nicht nur schwer zu diagnostizieren. Auch eine Therapie wird mit jedem Verlaufsgrad schwieriger, schmerzhafter und langwieriger. Leider sind die Aussichten auf ein Leben mit unbehandelter Osteoporose nicht sehr optimistisch. Der degenerative Knochenschwund führt zu Bewegungseinschränkung, Immobilität und endet oft in der Pflegebedürftigkeit.

Verursacht Osteoporose Schmerzen?

Eine Osteoporose gibt sich mit körperlichen Symptomen meist erst sehr spät zu erkennen. Anders, als es bei Rheuma, Arthrose oder Arthritis der Fall ist, gehen dem fortgeschrittenen Stadium oft keinerlei Anzeichen wie Belastungsschmerzen oder ein Gefühl der Steifheit des Bewegungsapparats voraus.

Viele Betroffenen berichten davon, bis zum Auftreten der ersten Frakturen überhaupt nichts von ihrer Erkrankung bemerkt zu haben. Dann allerdings geht die Entwicklung Schlag auf Schlag, um nicht zu sagen: Die Frakturen erfolgen in immer kürzeren Abständen. Manchmal reicht schon heftiges Niesen der Betroffenen aus, um einen porösen Wirbel zu brechen. Erst diese massiven Verletzungen im Körper verursachen letztendlich Schmerzen.

Typische Schmerzen bei Osteoporose

Den einen typischen Osteoporose-Schmerz gibt es (leider) nicht. Leider deshalb, weil viele Patient*innen so unbemerkt oft über Jahre mit dem fortschreitenden Abbau der Knochendichte leben. Diese im Rahmen einer Osteoporose-Therapie oder Behandlung wiederherzustellen, ist zwar möglich, aber äußerst langwierig und schmerzhaft.

Von Osteoporose betroffen sind überwiegend Frauen ab 50. Diese Zielgruppe sollte hellhörig werden, wenn sich anhaltende bzw. immer wiederkehrende, dumpfe Rückenschmerzen bemerkbar machen. Doch selbst hier denken Ärzt*innen und Betroffene gleichermaßen eher an eine Ischialgie oder einen ganz banalen, wenn auch schmerzhaften, Hexenschuss. Auch dieser kann in Wellen bis in die Kniekehlen ausstrahlen und sehr unangenehm sein.

Osteoporose Symptom: Ein schwacher Rücken

Ein weiteres Symptom einer Osteoporose ist ebenfalls nicht leicht erkennbar und im Arzt-Patienten-Gespräch auch schwer in Worte zu fassen. Viele Betroffenen berichten jedoch, vor der Diagnose „Osteoporose“ über einen längeren Zeitraum ein Schwächegefühl im Bereich des Rückens verspürt zu haben.

Besonders zum Tragen – im wahrsten Wortsinn – kam dieses Empfinden beim Aufheben von (schweren) Gegenständen oder dem Überstrecken des Oberkörpers nach oben, etwa, um die Wäsche aufzuhängen oder Gegenstände aus dem obersten Regal zu holen.

Auch dieses Symptom ist leider keines, welches frühzeitig vor dem Vorhandensein der akuten Erkrankung warnt. Ein schwächelnder Rücken im (hohen) Alter ist bei weitem keine Seltenheit und auch kein unerklärliches Phänomen. Zugrunde liegen jedoch auch dieser Wahrnehmung beginnende Einbrüche in den Wirbelkörpern. Die Stabilität der Wirbelsäule ist nicht mehr zu 100 Prozent gewährleistet, was subjektiv als Schwächegefühl wahrgenommen wird.

Osteoporose Symptome: Frakturen aus dem Nichts

Die für Osteoporose tatsächlich typischen Symptome treten erst in Stadium 3 der Erkrankung auf. Dieses wird als „manifeste Osteoporose“ bezeichnet. Die Erkrankung hat sich im wahrsten Sinne des Wortes manifestiert. Die Betroffenen erleiden Knochenbrüche ohne ersichtliche Ursachen. Frakturen können beim Anstoßen am Türrahmen, durch Heben eines schweren Gegenstandes und sogar durch Niesen oder Husten ausgelöst werden.

Betroffene Knochen sind hier hauptsächlich die Rückenwirbel und der Oberschenkelhals. Aber auch am Unterarm kann es vermehrt zu Frakturen von Elle und Speiche kommen. Die Brüche werden von den Patient*innen als unterschiedlich schmerzhaft wahrgenommen. Je nach persönlicher Schmerztoleranz bleiben sogar sie noch eine Zeit lang unerkannt.

Doch Osteoporose hat noch mehr unerwartete Eigenheiten in ihrem Krankheitsbild zu verzeichnen. So sind nicht alle Knochen im Körper gleich stark gefährdet, eine Fraktur aufgrund ihrer porösen Beschaffenheit auszubilden. Auch die Stellen, an denen die Knochen letztendlich brechen, sind verschieden.

Die langen Knochen der Extremitäten wie Elle, Speiche, Schien- und Wadenbein etwa zeigen eine klare Tendenz dazu, eher an ihrem Ende als in der naheliegenden Mitte zu brechen. Manche Körperregionen – wie die Handgelenke oder Rückenwirbel von Brust und Lenden – sind ganz besonders prädestiniert.

Auch der Oberschenkelhals und das Becken sind leider häufige Anwärter für diese sogenannten Fragilitätsfrakturen. In beiden Fällen sind die Konsequenzen für die Betroffenen besonders hart, da sie fast immer mit Bettlägerigkeit und Immobilität über einen längeren Zeitraum einhergehen und nicht selten in der Pflegebedürftigkeit enden.

Andere Knochen hingegen, die besonders häufig bei Sport- und Verkehrsunfällen, aber auch körperlichen Auseinandersetzungen zu Bruch gehen, weisen sogar bei fortgeschrittener oder manifester Osteoporose kaum Brüche auf. Dazu zählen das Nasenbein, die Rippen, das Schlüsselbein und die Fußknochen.

Osteoporose Symptome: „Witwenbuckel“ und „Tannenbaumphänomen“

Aufgrund der Rückenschmerzen, welche die gebrochenen Wirbelkörper verursachen, gewöhnen sich Patient*innen häufig eine Schonhaltung an. Sie beugen Kopf und Schultern stetig nach vorne, um die schmerzende Rückenpartie zu entlasten. Es kommt zur Ausbildung eines Rundrückens, welcher umgangssprachlich als „Witwenbuckel“ bezeichnet wird.

Die mit dieser Verkrümmung der Wirbelsäule am Rücken einhergehenden Hautfalten bilden das sogenannte Tannenbaumphänomen aus. Die Hautwülste erinnern optisch tatsächlich an einen Tannenbaum. Doch damit nicht genug.

Das verkürzte Rückgrat drückt Herz und Lunge nach unten, was zur Ausbildung eines Kugelbauches führt. Die Patient*innen leiden in der Folge häufig unter Kurzatmigkeit. Die Gefahr einer Lungenentzündung steigt beträchtlich.

Sind Rückenwirbel einmal eingebrochen, verlieren sie an Volumen und Höhe, was mit der Zeit zu einer sicht- und messbaren Verkürzung der Wirbelsäule führt. Die Wissenschaft spricht bei diesen Frakturen von Kompressionsbrüchen, welche vorwiegend die Bereiche der Brust- und Lendenwirbelsäule betreffen.

Die Deformation der Wirbelsäule rührt zusätzlich auch daher, dass Brüche bei Osteoporose-Patient*innen langsamer verheilen und die Knochen daher nicht mehr richtig zusammenwachsen können.

Die Körpergröße der Patient*innen nimmt in der Folge ab. Bei schweren Fällen von Osteoporose können diese Einbußen bis zu 20 Zentimeter betragen. Durch die Schonhaltung verlagert sich darüber hinaus der Körperschwerpunkt deutlich nach vorn. Damit einher geht eine Fehlbelastung anderer Körperstellen, zum Beispiel der Kniegelenke oder der Hüfte.

Osteoporose: Multifaktorieller Teufelskreis

Das Heimtückische an Osteoporose ist nicht allein nur ihr schleichendes Ausbreiten im Körper. Da sie überwiegend in der zweiten Lebenshälfte auftritt, spielen eine Vielzahl von weiteren Faktoren dem Knochenschwund in die Hände. Dazu zählen:

  • Verschlechterung der Sehkraft im Alter
  • Beeinträchtigung des Gleichgewichtssinns
  • Schwächung der Muskulatur
  • Abnahme des Körpergewichts
  • Schwindelanfälle
  • Herz-Kreislauf-Probleme

Die Verminderung der Sehkraft im vorgerückten Alter begünstigt das Sturzrisiko. Auch die Abstände zu Türrahmen und Möbelstücken können oft nicht mehr rechtzeitig richtig eingeschätzt werden. Die nächste Fraktur ist schnell passiert.

Durch die Verschlechterung des Gehörs im Alter wird auch der im Innenohr beheimatete Gleichgewichtssinn in Mitleidenschaft gezogen. Schnelles Aufstehen oder ein unbedachter Schritt können zum nächsten Knochenbruch führen.

Die Muskulatur unseres Körpers nimmt mit zunehmendem Alter von Natur aus sukzessive ab. Doch gerade ein von Osteoporose geschwächter Körper würde von gut trainierten Muskeln enorm profitieren. Expert*innen raten daher nachdrücklich dazu, dem Erhalt der Muskelmasse auch in der zweiten Lebenshälfte Beachtung zu schenken.

Einer der bekannten Risikofaktoren, um an Osteoporose zu erkranken, ist ein niedriges Körpergewicht. Frauen, die lebenslang strenge Diät gehalten haben und ihr Körpergewicht auf einem BMI von unter 20 halten, sind deutlich stärker gefährdet als Normalgewichtige oder sogar Personen mit leichtem Übergewicht.

Doch auch der Appetit nimmt im Alter stetig ab. Der Körper signalisiert, nicht mehr Energie zu benötigen und die Lust auf eine herzhafte, ausgewogene Mahlzeit schwindet. Mit dem Körpergewicht schwindet jedoch leider auch analog die Knochendichte. Dabei käme gerade der Ernährung im Zusammenhang mit einem erfolgreichen Kampf gegen den Knochenschwund immense Bedeutung zu.

Schwindelanfälle können viele Ursachen haben und müssen nicht notwendigerweise erst im hohen Alter auftreten. Bei Frauen werden sie vermehrt mit dem Auftreten der Menopause verzeichnet, was mit der Änderung des Östrogenhaushalts in Verbindung gebracht werden kann.

Doch auch längeres Sitzen oder Liegen, Dehydration oder Wechselwirkungen von Medikamenten können Schwindelattacken auslösen. Angenehm sind diese für niemanden. Für Patient*innen mit Osteoporose bedeuten sie meist den nächsten Krankenhausaufenthalt und die nächste schmerzhafte Fraktur.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind im Alter ebenfalls nichts Ungewöhnliches. Auch ihre Ursachen können vielfältig sein. Sie sind allerdings mit Medikamenten sehr gut behandelbar und definitiv eine Schraube im komplexen Symptomatik-System der Osteoporose, an der effektiv gedreht werden kann.

Osteoporose Symptome: Zahnverlust

Da Osteoporose das gesamte „System Knochenbau“ betrifft, sind auch Kieferknochen und die Zahnwurzeln davon betroffen. Lockere Zähne und in weiterer Folge sogar deren Verlust können daher ebenfalls deutliche Signale einer Osteoporose auf dem Vormarsch sein.

Osteoporose Symptome: Was ist zu tun?

Wenn auch nur der kleinste Verdacht besteht, dass eine Osteoporose sich im Körper breit macht, sollte unverzüglich eine Fachärztin oder ein Facharzt aufgesucht werden. Anhand der Knochendichtemessung, auch DXA-Messung genannt, kann schnell und schmerzfrei festgesellt werden, ob der „Knochenräuber“ tatsächlich schon dabei ist, seine Arbeit zu tun.

Osteoporose Diagnostik

Je früher eine Osteoporose erkannt wird, desto besser stehen die Chancen auf Heilung. Es gibt inzwischen zahlreiche vielversprechende Therapieansätze, die dem Knochenschwund Einhalt gebieten können. Drohende Frakturen sind damit kein unausweichliches Damokles-Schwert mehr, unter dem ein ständiges Leben in Angst vor einem Sturz und in Ungewissheit bevorsteht.

Einer Osteoporose auf die Spur kommen behandelnde Ärzt*innen anhand von Testungen des Vitamin D-Spiegels sowie dem Aufspüren eventueller Vorerkrankungen, die eine sekundäre Osteoporose nach sich ziehen könnten. Die größte Bedeutung in der Diagnostik kommt jedoch der Knochendichtemessung zu.

Knochendichtemessung

Die Methode der Knochendichtemessung macht sich Röntgenstrahlen zunutze, die je nach Beschaffenheit des Knochens diese besser oder schlechter reflektiert. Dem behandelnden Ärzteteam ermöglicht sie ein sehr aussagekräftiges Bild über den Zustand der Knochensubstanz.

Gemessen wird die Knochendichte dabei an der Lendenwirbelsäule und am oberen Teil des Oberschenkelknochens. Die Untersuchung ist gänzlich schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Ihr Ergebnis benennt in Zahlen den Mineralsalzgehalt der Knochen. Die Medizin unterscheidet im Fall einer Erkrankung vier mögliche Szenarien:

  • Osteopenie
  • Osteoporose
  • manifeste Osteoporose
  • fortgeschrittene Osteoporose

Eine Osteopenie umschreibt das frühe Stadium einer drohenden Osteoporose. Der Mineralsalzgehalt in den Knochen ist niedrig, ihre Struktur ist bereits leicht porös und nicht mehr im Idealzustand. Wird die Erkrankung an diesem Punkt erkannt, gibt es hervorragende Therapiemöglichkeiten und ebensolche Chancen auf Heilung.

Wird bereits eine bestehende Osteoporose diagnostiziert, liest sich diese Faktenlage aus entsprechend niedrigen Werten der Knochenzusammensetzung. Die Knochensubstanz ist bereits stark von porösen Teilen durchzogen und massiv geschwächt. Allerdings liegen noch keine bestehenden Frakturen vor.

Diese deuten auf Stadium drei oder vier hin und bestätigen im Röntgenbild das Vorliegen einer bereits „manifesten Osteoporose“. In Röntgenbild und MRT klar erkennbar sind Frakturen älteren und jüngeren Datums. Die Knochenstruktur ist stark beschädigt und sehr fragil.

Osteoporose Symptome: Schicksal oder Chance?

An einer Osteoporose zu erkranken ist erst einmal ein Schock für die Betroffenen. Vor allem das Gefühl, unwissentlich bereits so lange mit dieser Erkrankung zu leben, ist kein angenehmes. Die gute Nachricht ist jedoch: Wurde eine Osteoporose einmal diagnostiziert, sind die Chancen auf Heilung sehr gut. Allerdings ist Geduld gefragt.

Die meisten Therapiepläne gehen von einem Behandlungszeitraum von mehreren Monaten und Jahren aus, je nachdem, wie weit die Erkrankung sich ihren Weg durch den Körper bereits bahnen konnte. Den Symptomen einer Krankheit sollten wir grundsätzlich dankbar sein. Gerade am Beispiel der Osteoporose wird deutlich, welchen Unterschied es für die Heilungschancen macht, sie zu erkennen – oder eben nicht.

Quellen:
https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/osteoporose/warnzeichen-symptome.html
https://gelenk-klinik.de/gelenke/osteoporose.html
https://www.nhs.uk/conditions/osteoporosis/
https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/knochen-,-gelenk-und-muskelerkrankungen/osteoporose/osteoporose
https://www.webmd.com/osteoporosis/guide/osteoporosis_symptoms_types